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Im Bayerischen
Hauptstaatsarchiv in München befinden sich
ca. 110 000 Urkunden, die die Überlieferung
von ca. 150 verschiedenen bayerischen Klöstern,
Stiften und Bistümern darstellen. Seit der
Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts
wurden sie dort zusammengetragen, nach Provenienzen
geordnet und zu großen Teilen für Benutzer
erschlossen. Zusammen mit weiteren Dokumenten
wie Amtsbüchern, Akten und den Handschriften
der Bibliotheken bilden sie die Grundlage
zur Erforschung der Geschichte der bayerischen
Klöster. Bisher waren zur Bearbeitung und
Einsicht der Urkunden und anderer originaler
Dokumente oder ihrer Erfassungen (z.B. in
Findbüchern, Aussteller-Siegler-Listen oder
Mikrofilmen) unter Um-ständen weite Reisen
für den Bearbeitenden und die Beanspruchung
der Originale notwendig.
Seit 2007 wird am Bayerischen Hauptstaatsarchiv
im Rahmen des Archivs mitteleuropäischer
Klöster (www.monasterium.net)
nun ein Teil der klösterlichen Überlieferung
online zugänglich gemacht. Gefördert von
der Deutschen Forschungsgemeinschaft sind
inzwischen die Urkundenbestände der Klöster
Aldersbach, Formbach, Höglwörth, Kühbach,
Osterhofen, Passau-Niedernburg, Passau-St.
Nikola, Passau-St. Salvator, Raitenhaslach,
Ranshofen, Windberg, Passau-St. Salvator,
Altomünster und Altenhohenau sowie die Urkunden
des Hochstifts Brixen, des Bistums Chiemsee,
des Erzstifts Salzburg und des Hochstifts
Trient online verfügbar. Die digitalen Bilder
der Originale wurden zusätzlich versehen
mit Angaben zum Inhalt der einzelnen Urkunden
(Datum, Aussteller/ Siegler, Regest), die
bisher der einzelnen originalen Urkunde
nicht beigeordnet waren und die Arbeit mit
den Urkunden für die Benutzer nun vereinfachen.
Weiterhin geplant und derzeit in Bearbeitung
befinden sich die Urkundenbestände der Klöster
Altötting-Chorstift, Altötting-Jesuiten,
Asbach, Fürstenzell, Niederaltaich, Reichersberg,
Rohr, Suben und Vilshofen. Zu den bereits
verfügbaren Hochstifts- und Bistumsurkunden
werden außerdem die Bestände der Hochstifte
und Domkapitel von Freising und Passau sowie
des Erzstifts und Domkapitels Salzburg hinzukommen.
Im Rahmen von
www.monasterium.net werden so insgesamt
ca. 40 000 Urkunden aus dem altbayerischen
Raum und den österreichischen Grenzgebieten
online benutzbar gemacht. Auch in den europäischen
Nachbarländern Österreich, Tschechien, der
Slowakei, Slowenien, Kroatien, Ungarn, der
Schweiz und Italien werden im Rahmen dieses
Projektes klösterliche Überlieferungen digitalisiert
und zugänglich gemacht. Auf diese Weise
soll grenzüberschreitende Recherche für
bearbeitende Historiker, historische Grundwissenschaftler
und alle Interessierten sowie die Schonung
der wertvollen Originale ermöglicht werden.
Katharina Wolff
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