Rosa Frank
geb. 1898 in Augsburg, Vater Viehhändler
Rosas Eltern waren Leopold Frank (geb. 1868 in Bütthard) und Barbara,
geb. Schimmel (geb. 1871 in Steppach bei Augsburg). So wie Rosa
hatte schon ihre ältere Schwester
Herta die »Städtische Töchterschule« besucht, die später
»Maria-Theresia-Schule« genannt wurde.
Rosa war eine Cousine von ihrer Namensvetterin
Rosa Frank (geb. 1897) und von
Hedwig Frank.
Im Januar 1907 wurde die Ehe von Rosas Eltern geschieden.
1910 trat Rosa in Klasse 2b der Töchterschule ein. 1911, noch während
dieses Schuljahrs, starb Rosas Vater. Rosa blieb noch bis 1913,
bis zur Klasse 4b, an der Schule.
1915 bewarb sich Rosa um Aufnahme in den städtischen Kanzleidienst.
Rosas Mutter starb 1923 in Augsburg.
Rosa heiratete den nicht-jüdischen Max Hämmerle und hat das nationalsozialistische
Regime in Augsburg überlebt.
Rosa Hämmerle, geb. Frank, ist 1979 in Augsburg gestorben.
Rosas Bruder Siegfried (1902–1955) emigrierte 1933 nach Frankreich.
Rosas Bruder Ludwig (1900–1983) arbeitete in Augsburg als Buchhalter
in der Firma Wernecker & Farnbacher. 1939 ging er zu seinem Bruder
Siegfried, der mit seiner Familie in Lyon lebte. Im September 1942
versuchte Ludwig vergeblich, in die Schweiz zu fliehen. Er wurde
nach Auschwitz deportiert. Dort war er in der Schreibstube beschäftigt
und überlebte die Haft im Lager.Literatur:
Ludwig Frank, Brief über seine Deportation in mehrere Lager
1942–1945, Auszug bei Ernst Jacob, Rundschreiben Nr. 11, April 1946,
in: Gernot Römer, »An meine Gemeinde in der Zerstreuung«. Die
Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941–1949, Augsburg
2007, S. 116–123, hier S. 121f.
Auszug aus einem ähnlichen Brief, Lyon, Dezember 1946, in: Irmgard
Hirsch-Erlund, Irmgard. Eine jüdische Kindheit in Bayern und
eine Vertreibung, hrsg. von Gernot Römer, Augsburg 1999, S.
155–158. |