Herta Frank
geb. 1895 in Augsburg, Vater Viehhändler
Hertas Eltern waren Leopold Frank (geb. 1868 in Bütthard) und
Barbara, geb. Schimmel (geb. 1871 in Steppach bei Augsburg).
So wie Herta sollte auch ihre jüngere Schwester
Rosa (geb. 1898) die »Städtische Töchterschule« besuchen,
die später »Maria-Theresia-Schule« genannt wurde.
Herta war eine Cousine von
Hedwig Frank und von
Rosa Frank (geb. 1897).
Herta verbrachte nur ein Jahr auf der Töchterschule, 1906/07
in Klasse 1. Im Januar 1907 wurde die Ehe ihrer Eltern geschieden.
Hertas Vater Leopold starb 1911.
1921 heiratete Herta den Gerichtsassistenten Joseph Ullrich.
Ihre Mutter starb 1923 in Augsburg.
Hertas Bruder Siegfried (1902–1955) emigrierte 1933 nach Frankreich.
Hertas Bruder Ludwig (1900–1983) arbeitete in Augsburg als Buchhalter
in der Firma Wernecker & Farnbacher. 1939 ging er zu seinem
Bruder Siegfried, der mit seiner Familie in Lyon lebte. Im September
1942 versuchte Ludwig vergeblich, in die Schweiz zu fliehen.
Er wurde nach Auschwitz deportiert. Dort war er in der Schreibstube
beschäftigt und überlebte die Haft im Lager.
NB: Laut Leopold Franks Familien-Bogen, der
im Stadtarchiv Augsburg verwahrt wird, lautete der Vorname von
Leopolds erster Tochter nicht Herta, sondern Herda.
Literatur:
Ludwig Frank, Brief über seine Deportation in verschiedene Lager
1942–1945, Auszug bei Ernst Jacob, Rundschreiben Nr. 11, April
1946, in: Gernot Römer, »An meine Gemeinde in der Zerstreuung«.
Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941–1949,
Augsburg 2007, S. 116–123, hier S. 121f.
Auszug aus einem ähnlichen Brief, Lyon, Dezember 1946, in: Irmgard
Hirsch-Erlund, Irmgard. Eine jüdische Kindheit in Bayern
und eine Vertreibung, hrsg. von Gernot Römer, Augsburg 1999,
S. 155–158. |