Ruth Heymann
geb. 1910 in Augsburg, Vater Viehhändler
Ruths Eltern waren beide gebürtige Augsburger. Vater Salo(mon)
Heymann (geb. 1876) besaß in Augsburg ein Grundstück mit Stall
für das Vieh, mit dem er handelte. Ruths Mutter war
Meta, geb.
Neumayer (geb. 1887). So wie Ruth und ihre Mutter sollten
auch Ruths jüngere Schwestern
Edith und
Lina die Maria-Theresia-Schule besuchen.
Ruth besuchte die Maria-Theresia-Schule von 1924 bis 1926 in
den Klassen 4a und 5a; vermutlich war sie 1921 in Klasse 1 eingetreten.
Im Mai 1925 feierte Ruth zusammen mit neun anderen jüdischen
Mädchen ihre »Konfirmation« in Augsburg (Batmizwah: Fest der
religiösen Mündigkeit für jüdische Mädchen, kann individuell
am Sabbat nach dem 12. Geburtstag des Mädchens begangen werden,
wurde in Augsburg aber, ähnlich wie die protestantische Konfirmation,
jährlich oder in noch größeren Abständen für mehrere Jahrgänge
gemeinsam abgehalten).
Ruth besuchte nach ihrer Augsburger Schulzeit eine Haushaltsschule
in Frankfurt a. M. und fand dann eine Anstellung in Köln. 1937
emigrierte sie nach Frankreich. Derzeit ist nicht bekannt,
ob Ruth, so wie
Marie Bach und
Else Einstein, in Gurs interniert wurde. 1941 konnte sie
in die USA fliehen, wo schon ihre Schwester Edith lebte. In
New York arbeitete Ruth als Haushälterin.
Ruth Heymann ist 1990 in New York gestorben.
Ruths Mutter Meta starb 1936 in München, Ruths Vater Salo wurde
im August 1942 von München nach Theresienstadt deportiert und
starb dort knapp zwei Jahre später, am 18. Juni 1944.
(Die meisten Angaben zu dieser Kurzbiografie stammen aus Gernot
Römer, Hrsg., »An meine Gemeinde in der Zerstreuung«. Die
Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941–1949,
Augsburg 2007, S. 255.) |