Biografien   Franziska Rosenfelder
Franziska Rosenfelder
geb. 1897 in Augsburg, Vater Kaufmann, Maximilianstraße

Franziskas Vater hieß Heinrich Rosenfelder (1865–1918), ihre Mutter Sophie, geb. Reiter (geb. 1873 in Buttenwiesen). Heinrich Rosenfelder führte ein Bekleidungshaus in der Maximilianstraße (heute Nr. 28: zwischen dem Chor von St. Moritz und dem früheren Kino »Filmpalast«). Das Ehepaar bekam zwischen 1897 und 1907 sechs Kinder, von denen drei Mädchen – Franziska, Jakobine und Selma – die Maria-Theresia-Schule besuchten; die anderen drei Kinder hießen Wilhelm (Willy), Max und Frieda (Friedel).
Franziska besuchte die »Städtische Töchterschule«, die ab 1914 »Maria-Theresia-Schule« heißen sollte, von 1908 bis 1913 in den Klassen 1–6, wobei sie die dritte Klasse übersprang.
1921 heiratete Franziska Bernhard Steinberg (geb. 1895 in München). Bernhard war Direktor des Münchner Modehauses Stalf in der Theatinerstraße. Das Ehepaar bekam zwei Söhen, Heinz und Hermann. Die Familie emigrierte im März 1939 in die USA. Dort führte das Ehepaar einen Großhandel für Kolonialwaren.
Franziska Steinberg, geb. Rosenfelder, starb 1976 in Hollywood (Florida).
Franziskas Mutter, die verwitwete Sophie Rosenfelder, zog ebenfalls nach München. Im Juli 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert. Sie erlebte die Befreiung des Lagers 1945 und kam 1947 in die USA zu den Familien ihrer Kinder Franziska (Stone) und Jakobine (Benjamin). 1956 ist Sophie in New York gestorben.
Franziskas Schwester Friedel heiratete 1925 Dipl. Ing. Hugo Traubner. Das Ehepaar wohnte in Arnstadt (Thüringen). Später emigrierte die Familie mit zwei Kindern nach England, nach dem Krieg in die USA. Friedel ist 1969 gestorben.
Franziskas Sohn Heinz Steinberg, mit amerikanischem Namen Henry Stone, heiratete Hertha Frank (Joan Stone). Sein Bruder Hermann, amerikanisch Herman Stone, ließ sich in Buffalo (New York) nieder.

(Diese Kurzbiografie beruht hauptsächlich auf Angaben von Joan Stone und von ihrem Schwager, Franziskas Sohn Herman Stone.)

Literatur
:
Sophie Rosenfelder, Theresienstadt 42–45 (Brief mit Tagebuchauszügen, Abschrift Konradshofen 1945), in: Peter Wolf (Hrsg.), Spuren. Die jüdischen Schülerinnen und die Zeit des Nationalsozialismus an der Maria-Theresia-Schule Augsburg. Ein Bericht der Projektgruppe »Spurensuche« des Maria-Theresia-Gymnasiums, Augsburg 2005, S. 62–65; auch auf dieser Website (s.u.).

Zeitzeugen – Briefe und Erinnerungen: Bei der Eröffnung der Ausstellung im Maria-Theresia-Gymasium trug die Schauspielerin Karla Andrä den Brief Theresienstadt 42–45 vor, den Franziskas Mutter Sophie Rosenfelder im Mai 1945 nach der Befreiung aus Theresienstadt an ihre Kinder und Enkel gerichtet hat.

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