Jakobine Rosenfelder
geb. 1901 in Augsburg, Vater Kaufmann,
Maximilianstraße
Jakobines Vater hieß Heinrich
Rosenfelder (1865–1918), ihre Mutter Sophie, geb. Reiter (geb.
1873 in Buttenwiesen). Heinrich Rosenfelder führte ein
Bekleidungshaus in der Maximilianstraße (heute Nr. 28: zwischen
dem Chor von St. Moritz und dem früheren Kino »Filmpalast«).
Das Ehepaar bekam zwischen 1897 und 1907 sechs Kinder, von denen
drei Mädchen –
Franziska, Jakobine und
Selma – die Maria-Theresia-Schule besuchten; die anderen
drei Kinder hießen Wilhelm (Willy), Max und Frieda (Friedel).
Jakobine (»Bina«) besuchte die »Städtische Töchterschule«, die
ab 1914 »Maria-Theresia-Schule« hieß, von 1911 bis 1915 in den
Klassen 1–3, wobei sie die dritte Klasse einmal wiederholte.
1923 heiratete Jakobine den Kaufmann Paul Benjamin (geb. 1898
in Miloslaw, Polen). Das Ehepaar bekam zwei Söhne. Die Familie
lebte in Augsburg, zog 1933 nach Paris und emigrierte im November
1937 nach New York. Dort nannte Jakobine sich Jane Benjamin.
Paul beteiligte sich an einer Fabrik für medizinische Instrumente.
Um 1970 zog das Ehepaar nach Hollywood (Florida), wo Paul 1977
starb.
Jane Benjamin, geb. Jakobine Rosenfelder, starb 1986 ebenfalls
in Hollywood.
Jakobines Mutter, die verwitwete Sophie Rosenfelder, zog nach
München, wo ihre Tochter Franziska, verh. Steinberg, lebte;
ab 1934 wohnte ihre jüngste Tochter Selma mit ihr zusammen.
Im Juli 1942 wurde Sophie nach Theresienstadt deportiert. Sie
erlebte die Befreiung des Lagers 1945 und kam 1947 in die USA
zu den Familien ihrer Töchter Franziska (Stone) und Jakobine
(Benjamin). 1956 ist Sophie in New York gestorben.
Jakobines Schwester Friedel heiratete 1925 Dipl. Ing. Hugo Traubner.
Das Ehepaar wohnte in Arnstadt (Thüringen). Später emigrierte
die Familie mit zwei Kindern nach England, nach dem Krieg in
die USA. Friedel ist 1969 gestorben.
Jakobines Neffe Henry Stone heiratete
Hertha Frank.
(Diese Kurzbiografie beruht hauptsächlich
auf Angaben von Joan Stone und von ihrem Schwager, Jakobines
Neffen Herman Stone.)
Literatur:
Sophie Rosenfelder, Theresienstadt 42–45 (Brief
mit Tagebuchauszügen, Abschrift Konradshofen 1945), in: Peter
Wolf (Hrsg.), Spuren. Die jüdischen Schülerinnen und die
Zeit des Nationalsozialismus an der Maria-Theresia-Schule Augsburg.
Ein Bericht der Projektgruppe »Spurensuche« des Maria-Theresia-Gymnasiums,
Augsburg 2005, S. 62–65; auch auf dieser Website (s.u.).
Zeitzeugen – Briefe und Erinnerungen: Bei der Eröffnung
der Ausstellung im Maria-Theresia-Gymasium trug die Schauspielerin
Karla Andrä den Brief Theresienstadt 42–45 vor, den Jakobines
Mutter Sophie Rosenfelder im Mai 1945 nach der Befreiung aus
Theresienstadt an ihre Kinder und Enkel gerichtet hat.
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